Sportturnier 2016

De Herrgott muss a Schwob sein

Alle Jahre wieder fliege ich zusammen mit meiner Frau nach Crailsheim in den Stadtteil Ingersheim. Genauer gesagt bauen wir jedes Jahr unser Nest auf dem Funkmast im Oberen Lehen 4. Bekannt sind wir schon lange als die Storchenfamilie in Crailsheim. Eigentlich sollten wir es deshalb auch schon gewohnt sein, dass unsere Ruhe einmal im Jahr durch ein großes Fest mit lauter Musik und guter Stimmung gestört wird, doch dieses Jahr hatten wir wegen des Wetters gar nicht damit gerechnet. Am 03.06.2016, als der Sturm gerade seinen Höhepunkt fand, versuchten ein paar verrückte Menschen im tobenden Regen, zwei große Festzelte aufzubauen. Bei unseren frisch geschlüpften Kindern sorgte dieser Anblick sichtlich für Erheiterung.

Als uns klar wurde, wer sie waren und wofür sie diesen Aufwand betrieben, konnten wir kaum glauben, dass die Tanzgruppe der Banater Schwaben aus Crailsheim das alljährliche DBJT Sportfest tatsächlich veranstalten wollte, obwohl das Spielfeld schon Wasserpfützen aufwies und der Regen einfach nicht weichen wollte. Auch als die Helfer vor dem Vereinsheim des SV Ingersheim ihre Handys auspackten, um den Wetterbericht für den nächsten Tag zu begutachten, wurden sie schlagartig bleich. Unwetterwarnungen mit ständigem Regen wurden in allen Wettervorhersagen gemeldet. Trotzdem ließen sie sich nicht entmutigen, stellten die Festzelte auf Betonboden, statt wie jedes Jahr auf den Rasen und gestalteten alles so um, dass die Leute immer einen Unterschlupf finden konnten. Wie immer reisten nach vollendetem Aufbau die ersten Teilnehmer schon Freitagabend an und es wurde bei feucht-fröhlicher Stimmung reichlich geredet, gesungen und gelacht. Unsere Kinder hätten beinahe schon viel zu früh ihren ersten Flugversuch unternommen.
Die Nacht war lang, der Schlaf umso kürzer und so kam der Morgen des 04.06.2016 und mit ihm der Rest der teilnehmenden Mannschaften. Ein Blick in den Himmel verriet: das könnte gefährlich werden. Davon aber nicht getrübt begrüßte Erich Furak alle Anwesenden und eröffnete damit die Fußball- und Kegelspiele. Insgesamt nahmen 4 Kegelmannschaften und 17 Fußballmannschaften teil. Von den dunklen Wolken ließ sich niemand beirren. Die Teilnehmer konzentrierten sich auf ihre Spiele und die Zuschauer feuerten ihre Mannschaften kräftig an, wenn sich die Mannschaften nicht extra Cheerleader organisiert hatten, so wie die „Banater Spitzbuwe“ aus Reutlingen. Selbst als tatsächlich ein paar Himmelstränen das Fußballfeld begrüßten, dachte keiner daran, aufzuhören. Vielleicht davon beeindruckt schenkte uns der Herrgott den Rest des Tages nur noch wunderbaren Sonnenschein. So konnte die Tombola, aus welcher der Erlös der DBJT zugute kommt, das Kinderschminken, die Essenszubereitung und alle weiteren Veranstaltungspunkte wie geplant stattfinden. Für das leibliche Wohl sorgte die Tanzgruppe der Banater Schwaben aus Crailsheim mit Gegrilltem, Gulasch, Langosch und einer breiten Auswahl an Getränken. Ich konnte den Duft der Leckereien bis zu unserem Nest hinauf riechen.
Nach den Spielen wurden die Mannschaften prämiert. Die Gewinner des Kegelturniers war die Mannschaft „Reutlinger Kegelfreunde 1“ und voll Stolz erzählte ich meinen Kindern, dass der Mannschaftskapitän der diesjährigen Siegerfußballmannschaft „Ditzinger Tornados“ namens Ralf Wild seit 8 Jahren jährlich mit einer Mannschaft vor Ort ist und sein Ziel von Anfang an war, dieses Turnier einmal zu gewinnen. Erst nach 8 Jahren schaffte er es tatsächlich und das natürlich verdient.
Im Anschluss öffnete die Cocktail-Bar, die Band „Günter und Werner“ sorgte für die gewünschte Stimmung und alle feierten ausgelassen diesen erfolgreichen Tag.

Natürlich gehören zu solch einer gelungenen Veranstaltung auch immer Menschen, ohne die dies nicht möglich gewesen wäre. An dieser Stelle gebührt vor allem der Tanzgruppe der Banater Schwaben aus Crailsheim Dank, für ihre meisterhafte Organisation und die gute Verpflegung aller Teilnehmer und Gäste. Natürlich auch ein riesen Dankeschön an die DBJT und die Landsmannschaft der Banater Schwaben für ihre stetige Unterstützung. Nicht zu vergessen, geht der Dank an alle Helferinnen und Helfer, die bei dieser Veranstaltung mitgewirkt haben und auch an alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Leider konnte ich das ganze Spektakel nur von weiter weg begutachten, aber eins ist sicher: Dieser Tag war sehr gelungen und wurde wider Erwarten von Sonnenstrahlen gekrönt. Noch nie gab es am DBJT Sportfest schlechtes Wetter und auch dieses Jahr wurde dies wieder wie durch ein Wunder erfüllt. Da kann man doch nur sagen: „De Herrgott muss a Schwob sein!“

          Melanie Furak